Was blüht, bevor man es bemerkt.

Heute Morgen bin ich barfuß durch den Garten gegangen — kurz, nur bis zum Kräuterbeet, aber es reichte. Die Erde ist noch kalt, aber sie riecht schon anders. Nach Aufbruch. Nach dem, was kommt.

Die ersten Schneeglöckchen stehen. Schief, ein bisschen frech, als wüssten sie nicht genau, ob sie wirklich schon dran sind. Ich liebe das an ihnen.
Ich frage mich oft, ob meine Bilder und mein Garten eigentlich dasselbe sagen: Trau dich. Sei leicht. Lass dich nicht von der Schwere des Letzten Jahres erdrücken. Blüh einfach.

Ein Nachbar sagte neulich zu mir: „Bärbel, du malst als wäre immer Sommer.“ Ich habe gelacht. Aber er hat recht — und es ist eine Entscheidung. Kein Trotz, keine Naivität. Einfach eine Haltung, die ich mir jeden Morgen wieder neu vornehme.
Die Schneeglöckchen können das übrigens besser als ich. Die brauchen sich das nicht vorzunehmen.

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