Über Geheimnisse, die man kitzeln muss.
Altes Holz ist kein neutraler Grund. Es hat gelebt, gewittert, gezittert. Manche Bretter kommen aus Scheunen, deren Namen niemand mehr kennt.
Andere haben jahrzehntelang irgendwo im Regen gelegen und sich dabei in etwas verwandelt, das keine Säge erfinden könnte.
Wenn ich so ein Stück in die Hand nehme, frage ich es zuerst: Was trägst du schon in dir?
Dann fange ich an — nicht mit einer fertigen Idee, sondern mit einer Neugier. Die Maserung gibt mir eine Richtung vor. Ein Riss erzählt mir, wo ein Tier leicht und unbekümmert tanzen könnte. Die Patina, die Jahrzehnte gesammelt hat, bildet den Hintergrund für den Frohsinn jungen Lebens — und auf eigentümliche Weise passen diese beiden Dinge unglaublich gut zusammen.
Heute liegt ein Brett auf meinem Arbeitstisch, das ich vor drei Wochen an der alten Feldscheune hier in der Nähe gefunden habe. Es ist silbergrau und warm zugleich. Ich glaube, da steckt ein kleiner Fuchs drin. Ich werde suchen.


